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Musketiere lassen die Degen klirren
Dass Intendant Johannes Kaetzler extra einen Fecht-Trainer angeheuert hat, hat sich gelohnt: Die großen Kampfszenen machen das Mantel-und-Degen-Epos „Die drei Musketiere“ bei den Kreuzgangspielen zu einer Augenweide. (...) Aufwendige Requisiten sind vor der eindrucksvollen Kulisse des ehemaligen Benediktinerklosters unnötig, und Kaetzler weiß das als Regisseur geschickt zu nutzen. (...) Dafür nehmen die Schauspieler viel Raum ein. Allen vorweg Thomas Hupfer als D’Artagnan. Er spiel den jungen Landadeligen aufbrausend und unbeherrscht (...), bis er bei einem Geheimauftrag im Schutze der Königin reift und seine große Liebe findet.
Elke Richter, Deutsche Presse-Agentur (dpa), am 18. Juni 2010 Ein Mann schlägt sich durch „Die drei Musketiere“ sorgen im Feuchtwanger Kreuzgang für ein actionreiches Spektakel
Der junge d’Artagnan kommt aus der Provinz in die französische Hauptstadt Paris, um dort als Musketier dem König zu dienen. Als Schauplatz für die Scharmützel unterschiedlichster Art, die der unbedarfte Heißsporn in seinem jugendlichen Übereifer auszufechten hat, eignet sich der Kreuzgang in Feuchtwangen hervorragend. Johannes Kaetzler hat den Dumas-Stoff actionreich und wirkungsvoll in Szene gesetzt. Das fechtsüchtige Landei kann sich zunächst vor Duellpartnern kaum retten. Darunter auch Athos, Porthos und Aramis, die legendären unzertrennlichen Musketiere des Königs. Aber der gemeinsame mächtige Feind Kardinal Richelieu schweißt die vier zusammen. (...) Andreas Wobig spielt diesen machtversessenen Kardinal mit kaltem Kalkül, sodass keiner so recht weiß, was er als nächstes vorhat. Er hat nur ein Ziel: die Hugenotten auszumerzen. D’Artagnan, der ungestüme Junge vom Land, wächst mit seinen Aufgaben. Diese Entwicklung verkörpert Thomas Hupfer hervorragend. Athos (Timo Klein); Porthos (Peter Tabatt) und Aramis (Alexander Outh) sind tapfere Kämpfer an seiner Seite. (...) Neben den Fecht- hat das Stück auch starke Liebesszenen. So ist es ergreifend, wie d’Artagnan Constance (Nagmeh Alaei), der Kammerzofe der Königin, seine Liebe schwört. Noch heftiger knistert die erotische Spannung, als der Herzog von Buckingham (Peter Liebaug) seine heiße Liebe gegenüber der Königin Anna von Österreich (Alexandra Sydow) zeigt. Die Königin ihrerseits bemüht sich, Distanz zu wahren – und doch ist ihr anzumerken, dass sie diese Liebe erwidert. Ganz anders gibt sie sich, wenn ihr Gatte, der König von Frankreich (Ulrich Westermann), mit ihr spricht. Für ihn empfindet sie nichts, es war schließlich eine reine Zweckheirat. Die innere Spannung der Königin stellt Alexandra Sydow überzeugend dar. D’Artagnan wird für die Königin zum Helden, als er für sie einen geheimen Auftrag erledigt. (...) Als auch die Schlacht um La Rochelle erfolgreich geschlagen ist, bleibt dem Kardinal kaum noch etwas anderes übrig, als den jungen Draufgänger zum Hauptmann der Musketiere zu ernennen. (...) Zurück bleibt d’Artagnan als nachdenklicher Held. Ein sehr einprägsamer Schlusspunkt. Dank der Ausstattung von Thomas Lorenz-Herting mit opulenten barocken Kleidern, schicken Sänften und wallenden Haaren, werden die Zuschauer voll und ganz in die Zeit des Barock versetzt. Kampfchoreograph Klaus Figge hat die Kämpfer wirklich gut trainiert. Die Fechtszenen wirken ausgesprochen dramatisch und gefährlich. Action, Liebesszenen und geheimes Ränkespiel – „Die drei Musketiere“ im Kreuzgang haben schlichtweg alles, was zu einem unterhaltsamen Freilicht-Theaterabend gehört.
Christiane C. Schmidt in der Schwäbischen Post vom 23. Juni 2010
Kraftvolles Spektakel: Rasante Kämpfe, große Abenteuer und unglückliche Lieben
Ein kraftvolles Spektakel mit einem riesigen Ensemble und opulenten Kostümen erlebten die Zuschauer bei der Premiere (...). Die Kämpfe mit Degen, Musketen, Fäusten, Füßen und schepperndem Blechschild sind ausgefeilt bis ins Detail, großartig choreographiert von Klaus Figge. (...) Einen fulminanten Stoff hat sich Intendant Johannes Kaetzler mit dem Roman von Alexandre Dumas ausgesucht. Er hat ihn selbst dramatisiert, auf die Freilichtbühne in Feuchtwangen zugeschnitten, wie im vergangenen Jahr Victor Hugos „Glöckner von Notre-Dame“. Vor die romanischen Arkaden passen die „Musketiere“ perfekt; der Regisseur verzichtet weitgehend auf Kulissen, um den Kreuzgang wirken zu lassen. Dafür präsentieren er und sein Ausstatter Thomas Lorenz-Herting mannigfaltige farbenprächtige Kostüme (...). Überzeugend Thomas Hupfer als begeisterungsfähiger D’Artagnan (...). Ein junger Hitzkopf, der noch nicht gemerkt hat, dass Menschen sterblich sind. Ganz anders sein Freund Athos, gespielt von Timo Klein, der so todesmutig ficht, weil ihm das Herz gebrochen wurde. Peter Tabatt gibt Porthos als humorvollen Lebemann mit narzisstischen Zügen. Alexander Ourth, der Dritte im Bunde, ist ein nachdenklicher Aramis (...). Diese Musketiere sind ein tolles Team, gemeinsam stark und komisch. Gegenpol ist Graf de Rochefort, Handlanger des Kardinals Richelieu: bei Thomas Jansen ein böser Beau, mit schrillem Lachen und diabolischem Charme. Aus Andreas Wobigs Richelieu ist dagegen Saft und Kraft gewichen, zu viele Ränkespiele haben die Energie aus ihm gesaugt. Johanna Marx spielt die Intrigantin an seiner Seite, Lady de Winter, schneeköniginnenkalt (...). Zauberhaft erfrischend Nagmeh Alaei als Kammerzofe Constance (...).
Lara Hausleitner in der Fränkischen Landeszeitung (Westmittelfranken) vom 19./20. Juli 2010 Johannes Kaetzler hat Wort gehalten; es ist die größte Produktion in der über 60-jährigen Geschichte der Kreuzgangspiele. 30 Personen auf der Bühne, ein echter Falke und 170 Kostüme. Zwei Stunden fünfzehn Minuten großes Theater (...). Im Mittelpunkt steht der junge D’Artagnan - junger Bursche, lange Haare, verwegen. Dargestellt von Thomas Hupfer (...). Spektakulär die Fechtszenen: kein langweiliges Herumgestochere, sondern schweißtreibende Kämpfe; eine sportliche Topleistung. (...) Erstmals im Abend-Dauertest die neue Sitztribüne. Sie ist wesentlich steiler, hat weniger Sitze und bietet somit mehr Platz für jeden Besucher – und die Stühle sind gepolstert. (...) Mir sind die Musketiere bei den Kreuzgangspielen in Feuchtwangen 4 von 5 Radio-8-Premierensternen wert. (...) Ein echter Hingucker sind die Kostüme; die vielleicht beste Ausstattung aller Zeiten. Und magische Momente zaubert die Lichtregie in den Kreuzganggarten.
Klaus Seeger. Radio 8, am 18. Juni 2010
Theaterkost vom Feinsten
Seit mehr als sechs Jahrzehnten treffen sich in Feuchtwangen mit seiner historischen Altstadt Kunstbegeisterte, um bei den Kreuzgangspielen Theaterkost vom Feinsten zu genießen. Die neu gestaltete Kulisse vor der Stiftskirche und den Arkaden des Kreuzgangs bieten einen eindrucksvollen Rahmen für die beliebten Freiluftaufführungen. Nach einer begeisternden Premiere des Stückes „Die drei Musketiere“ trafen sich die geladenen Gäste zum Empfang. Zusammen mit dem Ensemble dankte der Bayerische Staatsminister des Innern Joachim Herrmann für eine großartige Inszenierung mit professionellen Fechtszenen. „Ich gratuliere allen Verantwortlichen insbesondere dem hochkarätigen, spielfreudigen Ensemble und danke Ihnen für ein unvergessliches Theatererlebnis. Mit Ihrem beeindruckenden Engagement begeistern Sie immer wieder“, betonte er in seiner Dankesrede.
Nürnberg Top-Magazin, Ausgabe 2, Sommer 2010 

Peter Tabatt (Porthos)
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Fotos: Monika und Karl Forster
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