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Sonderausstellungen im Fränkischen Museum

"Wer's glaubt, wird selig?!" Formen des Aberglaubens in Geschichte und Gegenwart

Sonderausstellung 16.09. - 10.12.2017

Aberglauben (Volksglauben, Superstition) manifestiert sich in allen Kulturen der Menschheit von der Antike bis in die Gegenwart.

Mit über 300 Exponaten zeigt die Ausstellung Objekte, die die magischen Praktiken in Franken, Schwaben und Altbayern dokumentieren. Sie erzählen zugleich von den Nöten und Bedrohungen der bäuerlichen Bevölkerung im 18. und 19. Jahrhundert, die mit übernatürlichen Einflüssen erklärt wurden und die man mit zauberischen Mitteln abzuwehren suchte.
Schwerpunkte der Ausstellung sind die Themen Volksmagie, Abwehrzauber, Amulettgebrauch, Volksmedizin, Entbindung, Geburt und Aberglauben, der Aberglauben im evangelischen Franken und Aberglauben heute.

Seit Max Weber hat man den Protestantismus mit einer Säkularisierung des Denkens identifiziert, die die magischen Vorstellungen aus dem Alltag der evangelischen Bevölkerung verdrängt habe.
Diese These hält einer kritischen Überprüfung nicht stand. Wie Prozessakten aus dem ehemaligen Fürstentum Ansbach zeigen, war der Glaube an Hexen und Teufel trotz der reformatorischen Kritik ungebrochen. Die evangelische Bevölkerung war kaum weniger abergläubisch als die katholische.
Man verwendete Schutzamulette, läutete den Wettersegen, erkannte die Kraft gesegneter Gegenstände und suchte Rat bei Wahrsagern und Zauberern. Dingbeseelung, Astrologie, Hexenglaube, Schadenszauber am Vieh, Verwünschungen, Volksmedizin hatten ihren festen Platz im Alltag der Menschen. Georg Christoph Zimmermann, Pfarrer in mehreren ansbachischen Dorfpfarreien, verfasste 1720 eine Abhandlung, in der er die abergläubischen Praktiken seines evangelischen Pfarrvolkes ausführlich beschrieb.

Die Vorstellung, dass Unglück in Haus und Hof auf den schädigenden Einfluss von „bösen Leuten“ und Hexen zurückzuführen sei, war noch im 20. Jahrhundert verbreitet. Bis in die 1960er Jahre waren Hexenbanner unterwegs, die gegen bares Geld ihre magischen Dienstleistungen anboten. Die Ausstellung zeigt dazu den Koffer eines schwäbischen Hexenbanners mit seinen Zauberutensilien.
Um 1970 gab es einen Hype um Erdstrahlen, die angeblich Kopfschmerzen und Krebs verursachten. Mit Wünschelruten konnten sie aufgespürt und mit Erdstrahlenentstörungsgeräten bekämpft werden.
Die dem Volksglauben zugrunde liegenden Denksysteme münden heute in die verschiedenen Formen der Esoterik.

Fränkisches Museum Feuchtwangen

Museumsstr. 19
91555 Feuchtwangen
Tel. 09852-615224
info@fraenkisches-mueum.de
www.fraenkisches-museum.de


Öffnungszeiten:
September: Mi bis So 11 – 17 Uhr
Oktober, November, Dezember:
Mi bis So 14 – 17 Uhr
Führungen nach Vereinbarung


Öffentliche Führungen:
So 08.10.2017, 15 Uhr
So 12.11.2017, 15 Uhr
So 10.12.2017, 15 Uhr


Rahmenprogramm:

Mi 11.10.2017, 15 Uhr
Erzählcafé für Senioren
Meine Erfahrungen mit dem Übersinnlichen, mit Spuk und Aberglauben
Ein Nachmittag mit Dr. Stephan Bachter


Do 19.10.2017, 19.30 Uhr
Alle Übel dieser Welt
Verschwörungstheorien in der "Postfaktokalypse"
Vortrag: Bernd Harder, GWUP


Di 7.11.2017, 19.30 Uhr
Erdstrahlen, Wünschelruten & Co. Was ist dran an der Radiästhesie?
Vortrag: Michael Link, Geologe, GWUP


Fr 10.11.2017, 20.00 Uhr
Kulturtreff Feuchtwangen
Magie, Tod und Teufel – Historische Lieder zur Schoßharfe und zur Drehleier
Konzert mit Ulrike Bergmann und Eberhard Kummer

Korallenbäumchen mit zahlreichen Amuletten, (c) Fränkisches Museum Feuchtwangen

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