WITZ UND SPANNUNG MIT GROBEN GESELLEN
Wirkungsvolle Stückfassung – Feine Kostüme – Flotte Songs und Tanznummern
Dem Kreuzgang Dramaturgen Gerhard Seidel gelingt in seiner knapp einstündigen Fassung […] das Kunststück, ein Wickie-Abenteuer einfach und klar zu entwickeln. Die Feuchtwanger Version hat Witz, hat Spannung, hat Emotionen, und sie gibt den Figuren genug Situationen, um sich profilieren zu können. […] Sehr fein geht auch Kostümbildnerin Marion Schultheiss mit dem Wikinger-Zwirn um. Der ist nahe am Serien-Original und trotzdem keine bloße Zeichentrick-Kopie. Die Textilien sehen aus, als hätte eine Volkskundlerin daran mitgewebt und -geschneidert. Statt comichafter Buntheit also eine naturbelassene Farbigkeit, die sich harmonisch ins Kreuzgang-Geviert einfügt. Heike Endres setzt ihr Bühnenbild – Normannenturm, Wikingerschiff und Wikinger-Hütte – wie ein Kindermalerei in 3D dagegen. […] Regisseur Achim Conrad hat Gespür für Tempo und pralle Effekte und gibt den groben Gesellen der Geschichte so viel Auslauf, dass sie lustig und gefährlich zugleich sind. Er lässt die Figuren mächtig überzeichnen, aber er hält sich kindgerecht mit Ironie-Signalen zurück. Musik im Halbplayback (Leitung: Gunther Conrad) und flotte Choreographien (Emanuele Soavi) heizen die Stimmung mächtig an. Spätestens beim finalen Wickie-Song sind Groß und Klein selig. Aus dem siebenköpfigen Ensemble ragen mit präzisen Nebenfiguren heraus Peter Tabatt als kreischiger Snorre und Timo Klein als Erzschurke Gröhl und als sensibler Faxe. Ingo Paulick ist ein properer Normanne und ein arg grimmiger Tjure. Christina Hartmann gibt Ylvi etwas Jungmädchenhaftes. Matthias Klösel spielt Halvars Männlichkeitsgehabe aus den Knien heraus. Anette Daugardt ist eine resolute Wickie-Mama mit dickem Blondzopf. Und Richard Zapf spielt den Wickie behutsam […], halb Bub noch, halb Jüngling schon.
Thomas Wirth in der Fränkischen Landeszeitung (Westmittelfranken) vom 31. Mai 2010
EINLADEND
Neue Tribüne und mehr
Das Beifalls-Getrampel am Ende der Wickie-Premiere – man müsste einen guten Teil davon abzweigen für die Kreuzgangspiele selbst. Denn die hatten am Sonntag selbst Premiere: Zum ersten Mal im Ernstfall-Einsatz waren die neue, steilere Tribüne und der neue, geräumige Eingangsbereich. Beides bot sich so einladend dar, als hätten sie schon immer zu den Kreuzgangspiele gehört. […] Der helle, freundliche Entrée-Bereich ermöglicht ein zügiges Kommen und Gehen, bietet Platz bei einer Regenpause […]. Die Tribüne wiederum wartet nicht nur mit gepolsterten Sitzen, sondern auch mit eindrucksvoll verbesserten Sichtverhältnissen auf.
Kommentar von Thomas Wirth in der Fränkischen Landeszeitung (Westmittelfranken) vom 31. Mai 2010
Das war lustig, das war spannend; diese sechzig Minuten, die vergingen wie im Flug. Wickie wird seine Fans bei den Kreuzgangspielen Feuchtwangen schnell gewinnen; davon ist auszugehen. (…) Wickie im Feuchtwanger Kreuzgang macht Spaß; nicht nur den kleinen Theaterbesuchern, sondern vor allem auch den großen. (…)„Mein Freund Wickie“ bei den Kreuzgangspielen Feuchtwangen bekommt von mir ganz klar 5 von 5 Radio-8-Premierensternen. Höchstwertung. Glückwunsch! Ein brillianter Theaterspaß für die ganze Familie.
Klaus Seeger, Radio 8, zur Premiere
Wickie fegt bei den Kreugangspielen in Feuchtwangen dieses Jahr als Kinderstück in der Regie von Achim Conrad über die Bühne. Bei der Ein-Euro-Premiere trafen die Darsteller auf ein begeistertes Publikum. „Klug und listig muss man sein, um zu überleben“, so tönte es am Ende von „Mein Freund Wickie“. Einer List des kleinen Wikingers und Häuptlingssohns war es (…) auch in der so genannten Musicalversion zu verdanken, dass sich alles zum Guten wendete. (…) Klug und listig muss man eben sein. Und als Zugabelied gab es bekannte Töne: „Hej, hej, Wickie, hej, Wickie, hej“, die Trickfilm-Erkennungsmelodie – gleich zweimal wegen des langen Applauses.
Ralf Snurawa im Hohenloher Tagblatt vom 4. Juni 2010
Das Musical „Mein Freund Wickie“ für Leute ab 5 von Josef Göhlen (Text) und Christian Bruhns (Musik) hat man in Feuchtwangen gekonnt umgesetzt. Regisseur Achim Conrad macht daraus eine gelungene Mischung aus Szenen zum Lachen und Fürchten und einem guten Ende. So erleben die Zuschauer eine Stunde lang Abenteuer von wilden Kerlen auf der Bühne.
Schwäbische Post vom 16. Juni 2010
Fotos: Monika und Karl Forster